Logopädie im Bärenkeller

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Therapie für Kinder

In der Kindertherapie ist die Beratung und Anleitung der Eltern, bzw. der Betreuungspersonen mit ein wichtiger Bestandteil. Da Sie den Alltag mit den Kindern verbringen, ist Ihre Mithilfe wichtig, um den bestmöglichen Therapieerfolg zu erreichen!

Störung oder Verzögerung der Sprachentwicklung

Die Entwicklung der Sprache kann verzögert oder gestört sein. Dies kann sich vielfältig bemerkbar machen:

  • Störung der Aussprache (Laute werden durch andere ersetzt oder falsch gebildet), Ursachen können hier im phonetischen  oder im phonologischen Bereich liegen
  • der Wortschatz ist eingeschränkt, Worte werden nur schwer erlernt oder immer wieder vergessen (Wortfindungsstörung)
  • Sätze werden in unüblicher oder nicht altersgemäßer Wortreihenfolge gebildet, grammatikalische Regeln werden nicht umgesetzt (Dysgrammatismus)
  • das Verstehen von Sprache ist gestört (Sprachverständnisstörung)

Die Sprachentwicklung kann jedoch nicht isoliert gesehen werden. Die gesamte Entwicklung des Kindes spielt eine wichtige Rolle. Die Ursachen für Störungen oder Verzögerungen der Sprachentwicklung sind vielfältig und oft komplex. Sie müssen individuell diagnostiziert werden. Ziel ist es einen Sprachentwicklungsstand zu erreichen, welcher dem Entwicklungsalter des Kindes entspricht.

Myofunktionelle Störung

Als myofunktionelle Störung bezeichnet man Störungen im Bewegungsablauf von Zunge und Lippen. Kau- und Schluckstörungen können damit verbunden sein (z.B. ein Zungenvorschub beim Schlucken).

Mögliche Symptome sind:

  • schlaffe Mundmotorik
  • Mundatmung
  • abweichende Zungenruhelage
  • Zahn- u. Kieferfehlstellungen und/oder Schluckbeschwerden
  • Artikulationsstörungen (z.B. Lispeln)
  • Störungen der auditiven Wahrnehmung (Schalleitungsschwerhörigkeit auf Grund von Tubenbelüftungsstörungen)

Durch das Einüben von korrekten Bewegungsmustern wird das Muskelzusammenspiel im Mundbereich optimiert.

Störung der auditiven Wahrnehmung/ Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb/ Lese-Rechtschreib-Störung (LRS)

Das Hören und die Verarbeitung dessen sind Grundvoraussetzung für den Erwerb von Laut- und Schriftsprache.

Man unterscheidet unter anderem folgende Teilfunktionen:

  • auditive Differenzierung (z.B. Unterscheiden von Lauten)
  • auditive Aufmerksamkeit und Konzentration
  • auditive Merkfähigkeit
  • auditive Figur-Grund-Unterscheidung

Die entsprechenden auditiven Grundvoraussetzungen werden gefördert, um eine Verbesserung der Laut- und/ oder Schriftsprachproduktion zu erlangen. Von der Analyse des lautsprachlichen Inputs, können dann Regeln für korrektes Lesen und Schreiben abgeleitet werden.

Eine Checklist für Eltern, ob eventuell eine Lese-Rechtschreib-Störung vorliegt, findet sich auf der Website LegaKids.

Stottern und Poltern

Stottern und Poltern sind Störungen des Redeflusses. Stottern zeichnet sich unter anderem durch unkontrollierte Wiederholung, Dehnung oder Blockierung einzelner Laute, Silben, Wörter und/oder Satzteile aus.

Beim Poltern steht ein überhasteter Sprechablauf und eine undeutliche Artikulation im Vordergrund. Begleitsymptome wie Sprechangst oder körperlichen/ mimischen Mitbewegungen können hinzu kommen.

Die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Therapie wird daher individuell gestaltet.

Fütterstörung im Baby- und Kleinkindalter

Bei manchen Babys und Kleinkindern stellt jede Mahlzeit ein Problem dar. Das Kind isst zu wenig, erbricht viel oder schreit unentwegt bei der Nahrungsaufnahme. Eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Voraussetzungen ist für die Nahrungsaufnahme wichtig. Ziel der Therapie ist das Herausfinden der Ursachen für die Fütterstörung sowie die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten.

Sprachentwicklungsbehinderung

Es gibt zahlreiche körperliche oder geistige Behinderungen, die den Erwerb der Sprache erschweren oder verhindern. Manchmal gehen die Symptome mit einem konkreten Syndrom einher (z.B. Autismus, Down-Syndrom, etc.), teils ist keine eindeutige Diganose stellbar. Oftmals ist nicht nur der Spracherwerb sondern die allgemeine Kommunikationsfähigkeit betroffen.

Ziel der Therapie ist es, die Möglichkeiten der verbalen Kommunikation auszuschöpfen und zu fördern. Falls dies nicht möglich ist, ist das Erlernen nonverbaler Kommunikationssysteme Teil der Therapie. Auch körperliche und entwicklungspsychologische Grundlagen für Kommunikation werden gefördert. Bei Bedarf wird der Bereich der Ernährung - oral oder mit Hilfe einer Sonde - in die Therapie mit einbezogen.

Näseln/ Rhinophonie/ Rhinolalie

Bei Lippen-, Kiefer- und/ oder Gaumenfehlbildungen (u.a. auch Spaltbildungen) kann es zu Näseln oder Lautfehlbildungen kommen. Je nach Ausprägung und Lokalisation der Fehlbildung wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt. Im Fokus steht dabei die Verbesserung des Klangs und der Deutlichkeit der Sprache. Bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten ist die Optimierung der Nahrungsaufnahme ein weiterer Bestandteil der Therapie.

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Kinder mit Verbaler Entwicklungsdyspraxie (VED) sind oftmals sehr schwer verständlich, sprechen viele Laute nicht - manchmal aber doch... Wörter sind besser verständlich, aber je länger die Äußerungen werden, desto undeutlicher wird das Gesagte. Eventuell wurde schon eine klassische logopädische Therapie an der Aussprache durchgeführt, diese hat jedoch kaum zu mehr Verständlichkeit geführt.

Bei der VED ist die Planung der Sprechbewegungen gestört. Es gibt gezielte Ansätze, die auf eine Förderung der Sprechplanung und der Verbesserung der motorischen Steuerung eingehen. Mit Hilfe einer detaillierten Diagnostik kann eine gezielte Therapie angeboten werden.

Mutismus oder Selektiver Mutismus

Der Mutismus, auch das psychogene Schweigen genannt, ist eine Kommunikationsstörung, bei welcher keine Einschränkungen der Artikulationsorgane und des Gehörs vorliegen. Sprechen ist prinzipiell möglich, wird aber in gewissen Situationen (z.B. im Kindergarten, in der Schule,...) oder generell vermieden. Im Gegensatz zu schüchternen Kindern entwickeln (selektiv) mutistische Kinder keine Apassungsstrategien für neue Situationen, "erstarren" auch in Mimik und Gestik, vermeiden Husten, etc..

Das Kind lernt in der Therapie zuerst, sich gegenüber der "fremden" Therapeutin zu öffnen, Blickkontakt aufzunehmen, seine kommunikativen Fähigkeiten zu erweitern und eventuelle sprachliche Defizite auszugleichen. Behutsam wird eine Öffnung auch anderen gegenüber angeleitet.

Die Beratung der Eltern und eine enge Kooperation mit anderen Systemen wie Kindergarten oder Schule ist unerlässlich.